BRAUCHT KELBERG EINEN WEITEREN LEBENSMITTELMARKT?

Bereits vor fast 5 Jahren wurden von Seiten eines Investors Pläne vorgestellt, einen weiteren Vollversorger in Kelberg anzusiedeln. Hierzu wurde vom Investor eine Ersteinschätzung vorgelegt, die in der Verbandsgemeinde angeblich eine Versorgungslücke feststellte, ein darauf aufbauendes Gutachten desselben Büros kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Ein Jahr später investierte der EDEKA Markt Borsch in die Modernisierung und Erweiterung des bestehenden Marktes, der nun mit 48 Mitarbeitern auf einer Verkaufsfläche von 1.325 qm ein umfangreiches Warensortiment anbietet. Mit der geplanten Ansiedlung eines weiteren Supermarktes würde in direkter Nachbarschaft zum EDEKA Markt Borsch ein ähnlich großer Markt mit einem sehr vergleichbaren Warensortiment entstehen. Der Gemeinderat lehnte die Ansiedlung 2023 ab, dennoch wurde am 30.01.24 im Ortsgemeinderat beschlossen, dass ein Stimmungsbild der Bevölkerung eingeholt werden soll, um das Thema erneut im Gemeinderat zu behandeln.

8 ARGUMENTE UND GEGENARGUMENTE FÜR EINE FUNDIERTE ENTSCHEIDUNGSFINDUNG!

Wir haben aus den vorliegenden Gutachten des Investors und dem Gegengutachten alle bekannten Fakten zusammengetragen, die für bzw. gegen einen zweiten Vollversorger in der Verbandsgemeinde sprechen. Damit Sie eine fundierte Entscheidung bei der Abstimmung treffen können.

Versorgungslücken schließen durch größere Sortimentsvielfalt
Der neue Markt wird mit einer ähnlich großen Verkaufsfläche wie der Markt von EDEKA Borsch geplant. Es soll damit ein breiteres und im Vergleich zu den bereits vorhandenen Einzelhändlern abwechslungsreiches Sortiment entstehen, insbesondere im non-food Bereich.
Zwei Vollversorger - mit weitgehend identischem Warenangebot
EDEKA Borsch wurde gerade erst modernisiert und erweitert und bietet mit einer annähernd vergleichbaren Verkaufsfläche ein umfassendes Warenangebot, das dem des geplanten neuen Vollversorgers ziemlich exakt entspricht. Eine Versorgungslücke wird also nicht geschlossen, da der geplante neue Markt kein erweitertes, sondern ein nahezu identisches Angebotsspektrum aufweist.
Konkurrenz belebt das Geschäft
Mit einem weiteren Supermarkt entsteht Konkurrenz, das wirkt sich mittelfristig positiv auf die Preise und die Qualität des Warenangebots aus und führt zu einer höheren Kundenbindung.
Mit Lidl ist bereits Konkurrenz vor Ort
Der in unmittelbarer Nähe befindliche Lidl bietet bereits ein in Teilen vergleichbares Sortiment zu ebenfalls günstigen Preisen. Ein direkter Wettbewerber existiert also ohnehin schon.
Zusätzlicher Markt sichert die Versorgung der Einwohner
Bezogen auf die Einwohner der Verbandsgemeinde wurde in einem Gutachten, dass die Gemeinde und der Investor beauftragt hat, ermittelt, dass ein zweiter Markt die Versorgung der Einwohner mit Lebensmitteln verbessern könnte. Das größere Angebot könnte die Einwohner aus Nachbargemeinden animieren, nach Kelberg zu fahren.
Zusätzlicher Markt am selben Standort reduziert keine Entfernungen
Durch die weit voneinander entfernten Ortsteile fährt nicht jeder Einwohner der Verbandsgemeinde automatisch nach Kelberg, um einzukaufen. Ein Teil der Einwohner kauft durchaus in Arbeitsplatznähe in umliegenden Städten (Adenau, Ulmen oder Daun) ein.
Zusätzliche Kaufkraft durch Tourismus
In dem Gutachten des Investors wird argumentiert, dass zusätzliche Kaufkraft entsteht, unter anderem wird ein zunehmender Tourismus angenommen.
Rückläufige Einwohnerzahlen führen zu sinkender Kaufkraft
Seit der Jahrtausendwende sind die Einwohnerzahlen und damit die Kaufkraft für Kelberg tatsächlich sogar rückläufig, die amtlichen Prognosen rechnen mit einem sich verstärkenden Trend. Und ob wirklich zusätzliche Nachfrage in relevanter Größenordnung durch mehr Gäste in Kelberg erzeugt wird, ist zumindest sehr fraglich.
Größere Auswahl an Einkaufsmöglichkeiten
Die Bevölkerung hat mit künftig drei Supermärkten in Kelberg eine breitere Auswahl und kann den Markt aufsuchen, der den persönlichen Vorlieben am ehesten entspricht.
Es wird ein Verdrängungswettbewerb entstehen
Es ist damit zu rechnen, dass sich der Wettbewerb kurz- bzw. mittelfristig negativ auf das Sortiment sowie die Servicequalität der einzelnen Märkte auswirkt, da jeder Markt einen Mindestumsatz erzielen muss, um langfristig eine hohe Angebotsqualität aufrechterhalten zu können. Mit einer reduzierten Versorgungsqualität ist niemandem gedient.
Umsatzerwartung für den neuen Markt ist ausreichend
Im Informationsschreiben der Verwaltung wird angeführt, dass eine vom Investor beauftragte Auswirkungsanalyse eine Umsatzerwartung für den neuen Markt in Höhe von ca. 5,8 Mio. € ermittelt, was für die Existenz des neuen Marktes ausreichend sein sollte. Es wird auch von einer “Umsatzverteilung von ca. 2,4 Mio. €” gesprochen, was bedeutet, dass der bestehende Einzelhandel Umsatz in dieser Höhe verliert.
Umsatzerwartung bedroht langfristig die Existenz des bestehenden Einzelhandels
Wenn es zu einer Umsatzverteilung von 2,4 Mio. € kommen sollte, müsste rein rechnerisch eine zusätzliche Nachfrage von 3,4 Mio. € entstehen, damit der neue Markt den prognostizierten Umsatz von 5,8 Mio. € tatsächlich erreicht. Das ist unrealistisch. Ein Gegengutachten geht von einer Umsatzverschiebung von ca. 3,6 – 3,7 Mio. € aus. Auf längere Sicht würden die vorhandenen Einzelhändler, insbesondere Edeka Borsch, mit erheblichen Umsatzeinbußen rechnen müssen.
Neuer Markt ist verkehrstechnisch gut gelegen
Der neue Supermarkt soll direkt an der B257 entstehen und wäre verkehrstechnisch gut zu erreichen. Insbesondere soll der Markt für Kunden attraktiv sein, die den Markt mit dem Auto anfahren.
EDEKA Markt ist ein Magnet für den Einzelhandel im Ortskern
Der bestehende EDEKA Markt ist ebenfalls gut mit dem Auto erreichbar. Dazu ist der Ortskern von Kelberg mit seinen wenigen Handels-, Dienstleistungs- und Verwaltungseinrichtungen vom EDEKA in nur wenigen Gehminuten erreichbar, so dass Austauschbeziehungen zwischen den Standortbereichen bestehen. Der neue Markt wäre hingegen vom Kelberger Ortskern abgewandt.
Standort ist bereits festgelegt
Zwar wurde der Bebauungsplan „Johannespesch / B257“ im Gemeinderat bereits vor Jahren beraten, mit einer Umsetzung des Projekts kann aber erst begonnen werden, wenn sich der Gemeinderat mehrheitlich dafür ausspricht.
Großer Flächenverbrauch ohne gesellschaftliche Notwendigkeit
Die Ansiedlung eines neuen Marktes wird eine bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche ohne Notwendigkeit versiegelt. Ohne eine Zustimmung des Gemeinderats kann die Ansiedlung aber verhindert werden.
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